Was bedeutet die Entlassung General McChrystals für die künftige US Strategie in Afghanistan? Aus dem Stehgreif kommt mir vor allem das Thema Abzugsdatum in den Sinn. Es war bemerkenswert, dass sich Präsident Obama bei seiner State of the Union vor einigen Monaten so klar für einen bedingungslosen Abzug der Truppen Mitte 2011 ausgesprochen hatte, während Teile seines außenpolitischen Teams diesen Plan immer wieder in Frage gestellt hatten. Das Obama nun ausgerechnet General David Patraeus zum Nachfolger McChrystals ernannt hat, lässt daher die Vermutung zu, dass sich auch der Präsident langsam aber sicher von diesem so optimistischen Ziel verabschiedet hat.
Die Wahl Patraeus’ ist einerseits ein kluger Zug Obamas. Der Chef des Central Commands, und damit McChrystals direkter Vorgesetzter, hat viele Fans in Washington, auch oder gerade unter Republikanern. Ihn durch den Senat zu schleusen, sollte daher ein Leichtes sein, und den Übergang in Afghanistan erleichtern. Gleichzeitig war Patraeus jedoch immer der Ansicht, das von Obama genannte Datum für einen Abzug dürfe nicht in Stein gemeißelt werden und müsse an klare Konditionen vor Ort gebunden sein. Konditionen die zum heutigen Zeitpunkt bei weitem nicht erfüllt sein dürften, ganz im Gegenteil. Der Rolling Stone Artikel über den General McChrystal nun stürzte macht eines ganz besonders deutlich – die derzeitige Afghanistan Strategie ist dabei zu scheitern, das Land droht erneut im Chaos zu versinken. Und unter den hochrangigen Militärs in Kabul wird bereits darüber diskutiert, in Washington um eine weitere Truppenaufstockung zu butten. Die nun anstehenden Anhörungen zu Patraeus’ Ernennung im Senat werden daher wohl vor allem zu einer erneuten Grundsatzdebatte über das Abzugsdatum ausarten.














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